Das „Jerusalem Institute for Policy Research“ (JIPR), vor mehr als 40 Jahren von der Jerusalem Foundation und der Hebräischen Universität gegründet, hat sich zum führenden israelischen Forschungsinstitut rund um das Thema Jerusalem entwickelt. Das JIPR sammelt Daten, erforscht, bewertet und informiert politische Entscheidungsträger und Interessenvertreter über kritische Fragen und Trends der Stadt, die mit Jerusalem in Verbindung stehen. Die Forschung des Instituts umfasst alle Aspekte der Entwicklung Jerusalems: Stadtplanung, soziale und demographische Fragen, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte. Als eine führende Institution mit einem langfristigen Engagement für die Stadt ist das JIPR Teil der Vision der Jerusalem Foundation für das nächste Jahrzehnt.

 

Das JIPR ist für seine Integrität und Unparteilichkeit bekannt und wird von allen Parteien akzeptiert. Die Forschung gliedert sich in drei Bereiche: Urbanisierung und Nachhaltigkeit, Wirtschaft und Innovation sowie Gesellschaft und Bevölkerung. Das jährliche Statistische Jahrbuch des Instituts ist eine Fundgrube von Informationen über die neusten Trends in Jerusalem. Die aufschlussreichen Forschungsergebnisse des JIPR dienen der israelischen Regierung ebenso wie philanthropischen Organisationen. Entscheidungsträger nutzen diese Daten, um Jerusalem weiter aufzubauen. Für die Durchführung und Ausweitung der Forschungsaktivitäten, die Veröffentlichung von Materialien und öffentliche Veranstaltungen ist das JIPR auf Unterstützung angewiesen.

 

Einfluss: Die Arbeit des Instituts beeinflusst wichtige städtische Entscheidungsträger und prägt die Zukunft der weltoffenen Stadt Jerusalem.

 

Website: www.jerusaleminstitute.org.il

Mit einem besonderen Augenmerk auf die Bedürfnisse der Schwächsten der Stadt versucht die Jerusalem Foundation, kommunale Stärke für ein offenes und lebenswertes Jerusalem im kommenden Jahrzehnt und darüber hinaus zu verbessern. Dabei stehen arabische Frauen im Mittelpunkt. Die Jerusalem Foundation fördert die Arbeitskräfteentwicklung für palästinensische Frauen in Ost-Jerusalem mit den Ziel neuer Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten. Derzeit gehen nur 21% der Frauen in Ostjerusalem einer Erwerbsarbeit nach, lediglich 43% schließen die Schule ab. Das durch die Jerusalem Foundation geförderte Empowerment-Programm unterstützt die sprachliche Aus- und Weiterbildung, die Unternehmensentwicklung, ermöglicht eine praktische Ausbildung und gibt Startkapital.

 

 

 

Ein Pilotprojekt mit einer eintägigen lokalen Jobmesse ausschließlich für Frauen und Mädchen findet derzeit im Stadtteil Sur Baher im Süden Jerusalems statt. Zu den Dienstleistungen gehören Arbeitsagenturen in Ostjerusalem, welche über den Arbeitsmarkt aufklären und akademische Orientierung für Mädchen während der Gymnasialzeit. Eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen für Kinder stellt sicher, dass Mütter daran teilnehmen können. Die Messe bietet den Frauen neben konkreten Beschäftigungsperspektiven wichtige Informationen über relevante Ausbildungsprogramme und die Nutzung vorhandene Ressourcen. In Sur Baher können ein Gemeindezentrum und an schulfreien Tagen fünf Schulen für die Berufsausbildung der 8.470 Frauen des Bezirks genutzt werden.

 

Einfluss: Das Programm hat das Potenzial, das Leben vieler arabischer Frauen, ihrer Familien und der Gemeinschaft insgesamt erheblich zu verbessern. Im Jahr 2019 bekundeten in Sur Baher 200 Frauen Interesse an einer Berufsausbildung, 10% der Zielgruppe haben bereits ein Ausbildungsprogramm absolviert, 60% sind nun teilzeitbeschäftigt.

Jedes Jahr veröffentlicht die Jerusalem Foundation einen Aufruf zur Einreichung von Kunst- und Kulturvorschlägen, um Plattformen für ihr buntes Mosaik aus Sprachen, Perspektiven und Überzeugungen zu schaffen und so Jerusalem als vielfältige, pluralistische Stadt aufzuwerten. Die von der Stiftung unterstützten Initiativen fördern die kreative Kultur in Jerusalem und verleihen der antiken Stadt ein modernes Antlitz. Sie wird noch attraktiver, noch offener –  für das nächste Jahrzehnt bis 2030 und darüber hinaus.

 

 

 

 

Im Jahr 2019 erhielt die Jerusalem Foundation 140 Bewerbungen aus dem Kulturbereich. Die Auswahl der Gewinnerinitiativen erfolgt nach einem vorab definierten Kriterienkatalog. Es werden Mittel benötigt, um weiterhin eine wachsende Zahl von Kunst- und Kulturprojekten zu unterstützen, die das Gesicht des modernen Jerusalem verändern. Vorrang haben Vorschläge, die originell oder innovativ sind, soziale Lücken überbrücken, indem sie der Bevölkerung mit mangelnder kultureller Infrastruktur eine Plattform bieten und Kunst und Kultur im öffentlichen Raum fördern. Projekte, die drei Jahre hintereinander von der Jerusalem Foundation finanziert wurden, werden nicht wiederholt berücksichtigt. Für diese gilt eine zweijährige Warteperiode, damit angesichts der Vielzahl kultureller Initiativen neue Initiativen zum Zuge kommen.

 

Einfluss: Die Förderung durch die Jerusalem Foundation bringt Lebendigkeit in die Jerusalemer Kultur- und Kunstszene – mit sichtbar positiven Auswirkungen nicht nur für die Kulturschaffenden, sondern auch für das Stadtleben insgesamt.

Yaelim ist ein innovatives Programm, welches 2005 vom Freilichtmuseum Ein Yael ins Leben gerufen wurde. Es bietet naturgebundene Therapien für gefährdete oder besonders bedürftige Kinder und Jugendliche in Jerusalem. Die Behandlungsmethode kombiniert Elemente der Psychotherapie und der kreativen Naturtherapie. Die Aktivitäten finden unter freiem Himmel statt. Dies fördert die Beziehung zwischen den TeilnehmerInnen, ihrer Umwelt und der Natur. Die Kinder und Jugendlichen erlernen Fähigkeiten, die ihnen helfen, besser mit ihren persönlichen Herausforderungen umzugehen und im Leben erfolgreich zu sein. Förderung des sozialen Zusammenhalts und wirksame Unterstützung durch die Gemeinschaft – dies sind elementare Maßgaben für ein modernes, lebenswertes Jerusalem und die Vision der Jerusalem Foundation für das nächste Jahrzehnt.

 

 

Yaelim hilft Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen, ob religiös, säkular, Hebräisch- oder Arabischsprachig. Dies betrifft auch Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen, Jugendliche mit häuslicher Gewalterfahrung, mit Lernbehinderung oder Verhaltensauffälligkeiten. Diese Teenager, von denen einige auf der Straße oder in Heimen für obdachlose Jugendliche leben, haben alle regulär verfügbaren Bildungsmöglichkeiten ausgeschöpft und werden von gemeinnützigen Organisationen an Yaelim verwiesen. Diese Institution bietet den Jugendlichen eine alternative Umgebung. Hier stehen u.a. ein Trainingszentrum für Naturtherapie sowie eine Jugendtagesstätte für gefährdete Jugendliche zur Verfügung. Des Weiteren gibt es ein Zentrum für verhaltensauffällige Jugendliche, eine Rehabilitationskindertagesstätte sowie Ausbildungs- und Beschäftigungsgruppen für gefährdete Jugendliche. Dieser Zufluchtsort für die genannte Zielgruppe erfordert weder eine offizielle Überweisung durch Träger noch ein zeitliches Limit für die Hilfeleistung.

 

Einfluss: Im Jahr 2019 nutzten 1.300 Jugendliche One-Time-Workshops und naturgebundenen Aktivitäten in Yaelim, 121 Jugendliche beteiligten sich an einjährigen Naturtherapie-Programmen. Weitere 75 Gruppen waren im sportlichen Bereich aktiv. Im Jahr 2019 fanden 80 Sitzungen des Ein Yael-Radsportclubs statt, drei „Etgarim-Gruppen“ (Extremsportarten für Körperbehinderte) haben sich in Yaelim regelmäßig getroffen.

 

Partner: Sozialamt der Jerusalemer Stadtverwaltung

 

Webseite (Hebräisch): www.einyael.co.il/category/yeelim-center

Obwohl Hebräisch und Arabisch Amtssprachen sind, hat mehrheitlich weder die hebräischsprechende noch die arabischspechende Bevölkerung in Jerusalem Kenntnis von der Sprache des jeweils Anderen, was Missverständnisse und Intoleranz verfestigt. Um die Gemeinschaft und das soziale Gefüge der Stadt zu stärken, versucht die Jerusalem Foundation, die Verständigung zwischen beiden Gruppen zu erleichtern, indem sie die Sprache des “Anderen” unterrichtet. Ziel ist es, Einstellungen und Verhaltensweisen zu ändern, arabischen Israelis zu helfen, sich in Israel zu Hause zu fühlen, und den Dialog zwischen den beiden Kulturen und Gemeinschaften zu erleichtern. Positive Kommunikation und gegenseitiger Respekt stärken die Gemeinschaft und tragen dazu bei, Jerusalem im Einklang mit der Vision der Jerusalem Foundation für 2030 zu gestalten.

 

Sprache als kulturelle Brücke: Dieser zweijährige Arabisch-Unterrichtskurs wurde für die fünften und sechsten Klassen konzipiert. Hebräischsprachige Kinder lernen auf Arabisch zu kommunizieren. Die Jerusalem Foundation führt das Programm in Jerusalem seit 2005 in Zusammenarbeit mit der Abraham-Fonds-Initiative durch. Jedes Jahr nehmen ca. 18 bis 20 Schulen daran teil. Die Initiative baut Barrieren ab, da sie arabische Sprache und Kultur in jüdischen Schulen unterrichtet und jüdische Schulkinder in täglichen Kontakt mit arabischen LehrerInnen bringt, die als Vorbilder dienen. Das Programm umfasst Begegnungen zwischen jüdischen und arabischen Kindern und ein Projekt am CVJM, bei dem jüdische und arabische SchülerInnen gemeinsam Hebräisch und Arabisch lernen. Derzeit wird eine Erweiterung des Programms erwogen, um Arabischunterricht für zusätzliche Alterskategorien anzubieten und, wo immer möglich, auch Hebräisch-Unterricht in arabischen Schulen in Ostjerusalem.

 

 

Hebräisch und Arabisch für Kinder und Erwachsene: Die Jerusalem Foundation koordiniert weitere Programme zur Förderung der hebräischen und arabischen Sprachkenntnisse von Kindern und Erwachsenen.

  • Hebräisch-Unterricht an arabischen Schulen: Einstellung muttersprachlicher Hebräisch-Lehrer an arabischen Schulen, wobei für verbesserten Lernerfolg spezielle hebräische Sprachräume eingerichtet werden.
  • Koexistenz im Dialog: Arabisch-Unterricht für Erwachsene – ein Programm, das seit 15 Jahren vom Jerusalemer Interkulturellen Zentrum JICC durchgeführt wird.
  • Hebräisch für Araberinnen: Seit 2013 kostengünstige Hebräisch-Konversationskurse für arabische Frauen in einer leicht erreichbaren Örtlichkeit.

 

 Mit Englisch in die Zukunft

Die Zukunft der jungen Menschen liegt der Jerusalem Foundation besonders am Herzen. Entsprechend will die Stiftung den Englischunterricht an den Jerusalemer Schulen revolutionieren und im nächsten Jahrzehnt etwa 100 Schulen erreichen. Das Programm beginnt im ersten Jahr mit sechs jüdischen und arabischen Grundschulen und soll in den kommenden fünf Jahren bereits bis zu 40 Schulen umfassen, um letztlich die Zielmarke 100 zu erreichen. Dieses Projekt stattet die jungen Menschen mit den Sprachkenntnissen aus, die für die Aufnahme an der Universität und den Erfolg am Arbeitsplatz erforderlich sind. Gute Englischkenntnisse bilden die Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration und sichern den BewohnerInnen Jerusalems eine bessere Zukunft – ohne Unterschied des sozialen oder religiösen Hintergrunds. Diese Maßnahmen sind Bestandteil der strategischen Säule „Communal Strength“, einer der drei Prioritäten, die sich die Jerusalem Foundation mit Blick auf das Jahr 2030 auf die Fahnen geschrieben hat.

Das Programm fördert die Englischkenntnisse durch einen ganzheitlichen Ansatz.  Sprechen und Hören stehen hierbei im Vordergrund, ergänzt durch außerschulische Aktivitäten zur Förderung der Kommunikationsfähigkeiten.

 

  • Englisch-Clubs: Lernformat unter der Leitung erstklassig ausgebildeter Englischlehrer die normalerweise nur für Familien mit hohem Einkommen zugänglich sind. Immersiver Unterricht in Kombination mit visuellen Mitteln zum vereinfachten Erlernen der Sprache.
  • Exkursionen: Ausflüge in englischer Sprache zu den attraktivsten Sehenswürdigkeiten Jerusalems mit unterhaltsamen Aktivitäten machen das Lernen interessant.
  • “Treffen”: Ausschließlich englischsprachige Begegnungen zwischen arabischen und jüdischen Jugendlichen mit dem Mehrwert, die Schwierigkeiten des gemeinsamen Erlernens einer neuen Sprache zu erfahren.

Bedarf: Die ultra-orthodoxe Bevölkerung in Israel umfasst fast eine Million Menschen – 12% der israelischen Gesamtbevölkerung – und wächst rasch. Allein in Jerusalem werden 110.000 SchülerInnen in ultra-orthodoxen Bildungsinstitutionen unterrichtet. Das sind ca. zwei Drittel aller jüdischen SchülerInnen in der Stadt. Diese Bevölkerungsgruppe hat sich bewusst vom Rest der Gesellschaft getrennt, und die meisten Kinder, insbesondere Jungen, lernen nicht nach den allgemein geltenden Lehrplänen für die Kernfächer.

 

Heutzutage gilt Unterricht in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) als grundlegendes Instrument für beruflichen Erfolg. Die Erweiterung der Wissenschaftskultur unter Kindern und Jugendlichen verleiht Know-how, das für ihre zukünftige Entwicklung von entscheidender Bedeutung ist. Israel fördert zwar die MINT-Fächer auf nationaler Ebene. Im ultra-orthodoxen Schulsystem hingegen, insbesondere bei den Jungen, wird dieser Unterricht weiter vernachlässigt.

 

Gleichzeitig bahnen sich Wissenschaft und Technologie ihren Weg in die ultra-orthodoxe Gesellschaft – vorausgesetzt, sie bieten Perspektiven für eine Beschäftigung. Ob steigende Armutsquote, die Notwendigkeit, sich in die Arbeitswelt zu integrieren, um sich darüber ein Auskommen zu sichern, das die Unterstützung einer großen Familie ermöglicht oder aber die zunehmende Zahl der Schulabbrecher – all dies trägt dazu bei, dass die ultra-orthodoxe Gesellschaft sich zunehmend für die Integration von MINT-Unterricht an ihren Schulen öffnet, sofern sie sich nicht negativ auf ihren Lebensstil auswirkt.

 

Die Jerusalem Foundation hat sich zur Förderung sozialer und bildungspolitischer Bedürfnisse aller BewohnerInnen der Stadt verpflichtet. Als Teil unserer Vision für 2030 unterstützen wir zukünftig Programme, die Umfang und Qualität der MINT-Ausbildung für ultra-orthodoxe Jungen verbessern und auf diese Weise das soziale Gefüge Jerusalems stärken

 

Antwort: Vor mehr als einem Jahrzehnt begann die Jerusalem Foundation, die informelle MINT-Bildung unter den ultra-orthodoxen Jungen zu fördern. Durch Besuche in verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen und Aktivitäten nach der Schule sollten die Kinder diese Fächer kennenlernen und dadurch den Widerstand gegen die säkulare Bildung innerhalb des Schulsystems umgehen. Auf dieser Erfahrung aufbauend versuchen wir nun, mit dem nötigen kulturellen Verständnis die MINT-Bildung zu stärken, um insbesondere Jungen für die Welt der Wissenschaft und Technologie durch formelle als auch informelle Programme zu begeistern.  Nach langer Suche wurde das im Zentrum von Jerusalem gelegene Viertel Romema für die Durchführung eines entsprechenden Pilotprogramms ausgewählt. Es soll unabhängiges Denken in Wissenschaft und Technologie entwickeln, problembasiertes Lernen (problem based learning, PBL) gewährleisten und das Verständnis dafür fördern, wie natürliche Ressourcen des Planeten in vielerlei Hinsicht genutzt werden können.

 

Drei Säulen machen die ersten zwei Jahre des Romema-Pilotprojektbetriebs aus:

 

  1. Formale Ausbildung in den ultra-orthodoxen Jungen-Grundschulen (Talmud Thora): Verbesserung der Qualität der MINT-Fächer, die heute im Talmud-Tora-System existieren, innerhalb der regulären Schulstunden, wobei die aktuellen Aktivitäten genutzt und gleichzeitig hochgestuft werden. Diese Säule umfasst die Auswahl der geeigneten Schulen, die Erfassung des heutigen Angebots, die Ausbildung der Lehrer, die mit dem pädagogischen Personal zusammenarbeiten können, um den Inhalt zu verbessern, und das Angebot von Aktivitäten in der Schule.
  2. Gemeindebasierte Aktivitäten: Informelle Bildungsaktivitäten finden im örtlichen Gemeindezentrum statt und umfassen die Arbeit mit Familien und Mädchen, einschließlich – aber nicht beschränkt auf – frühkindliche Programme, gemeinschaftsweite Veranstaltungen für die ganze Familie, die Entwicklung eines Innovationszentrums innerhalb des Gemeindezentrums und Aktivitäten nach der Schule.
  3. Aufbau der Infrastruktur und Erfolgsmessung: Den Prozess dokumentieren, verstehen, welche Aktivitäten funktionierten und welche nicht, Erfolgskriterien entwickeln und sicherstellen, dass genügend Humankapital und physische Infrastruktur vorhanden sind, um das Konzept weiter zu entwickeln.

 

 

 

Partner: Zu den finanzierenden und strategischen Partnern gehören Förderer in Kanada und die Stadtverwaltung von Jerusalem. Das Bloomfield Science Museum in Jerusalem, ein renommierter Experte für die Programmierung informeller Bildung im MINT-Bereich, wird beim Aufbau formeller und informeller pädagogischer Inhalte helfen. Ein Lenkungsausschuss, bestehend aus der Jerusalem Foundation, der Jerusalemer Stadtverwaltung und Vertretern der Rabbiner des Gemeindezentrums von Romema, wird die Entwicklung des Projekts genau verfolgen. Unter allen Beteiligten besteht Einverständnis darüber, dass der Arbeitsplan flexibel gestaltet und abhängig von den Reaktionen innerhalb der Gemeinde bedarfsgerecht angepasst wird.

 

Auswirkung:

  1. Erweiterter Zugang zum STEM-Bereich in der ultra-orthodoxen Community,  insbesondere für Jungen
  2. Kapazitätsaufbau für Lehrer
  3. Darstellung der Bedürfnisse und Erfolge

Seit über 50 Jahren setzt sich die Jerusalem Foundation für das Wohl aller BewohnerInnen Jerusalems ein und ist seitdem ein Teil dieser Stadt. In der gegenwärtigen globalen Krise sehen auch wir es als unsere Aufgabe, allen EinwohnerInnen zu helfen, die dringend auf Hilfe angewiesen sind. Seit dem Ausbruch der Covid-19 Pandemie in Jerusalem hat unsere Stiftung über eine Million NIS für Menschen in Not zur Verfügung gestellt. Die Versorgung älterer MitbürgerInnen mit Medikamenten und Lebensmitteln sowie die Sicherstellung wichtiger Dienstleistungen stehen dabei an erster Stelle – ob im Café Europa, einem Treffpunkt für Holocaust-Überlebende, oder im Altenclub Al Jabsha im christlichen Viertel der Jerusalemer Altstadt. Menschen mit Behinderung konnten durch die Förderung der Jerusalem Foundation mit Touchscreen-Computern und Tabletts unterstützt werden, Heimkinder erhielten eine Nothilfe, Jugendliche ohne festen Wohnort warme Mahlzeiten. In Ost-Jerusalem bekamen über die jeweiligen Gemeindezentren bedürftige und gefährdete Familien Lebensmittelpakete. Weitere Hilfsprogramme folgen und werden der jeweiligen Lage angepasst. Um diese Notfallprojekte weiterzuführen, sind wir auch auf Ihre Unterstützung angewiesen.

 

 

Zwei Beispiele der Hilfe für Jerusalem

 

Die Jerusalem Foundation fördert seit Jahren zahlreiche Programme zu Gunsten der schwächsten Bevölkerungsgruppen der Stadt und stärkt diese seit Beginn der Krise mit speziellen Programmen.

 

Junge Menschen der Organisation Hesed Youth Patrol verteilten vor dem Pessachfest hunderte Lebensmittelpakete für Holocaust-Überlebende mit besonderen Speisen für die Feiertage. Die Jugendlichen aus sozial und ökonomisch benachteiligten Bezirken Jerusalems fanden mit dieser Arbeit für bedürftige ältere Menschen Erfüllung und Freude. Zudem halfen sie damit, die Einsamkeit der Shoah-Überlebenden zu lindern.

 

In einer Gemeinschaftsinitiative der Jerusalem Foundation und der Jerusalemer Stadtverwaltung werden Kinder aus sozial schwachen Großfamilien unterstützt. Isoliert in kleinen Wohnungen haben diese keine Möglichkeit, an Online-Lernprogrammen teilzunehmen. Abhilfe schaffte hier die Verteilung von Tablets an Kinder.

 

 

Der Jerusalemer Bürgermeister Moshe Lion (Bildmitte) koordinierte zusammen mit Shai Doron (Präsident Jerusalem Foundation, links im Bild) und Stadtrat Yehuda Freidiger (zuständig für Sonderpädagogik) die Verteilung von Tablets an bedürftige Familien in Jerusalem.

Das Projekt „Sprungbrett“, ein Vorzeigeprogramm der Jerusalem Foundation, zielt darauf ab, den Kreislauf der Armut in den ärmsten Vierteln Jerusalems auch mittel- und langfristig zu durchbrechen. Durch einen ganzheitlichen Ansatz für jeweils ein Stadtviertel stellt die Stiftung sicher, dass die am stärksten benachteiligten Jugendlichen die Möglichkeit erhalten, ihr Potenzial zu entfalten, und damit Hoffnung für die Zukunft zu wecken und Armut zu verhindern. Gleichzeitig werden den Erwachsenen Instrumente für eine effektive Verwaltung des Haushalts zur Verfügung gestellt. Durch strategische Partnerschaften mit lokalen Gemeinderäten, Nachbarschaftsschulen sowie öffentlichen und privaten Organisationen stärkt das Projekt Sprungbrett das soziale Gefüge Jerusalems und die gemeinschaftliche städtische Support-Infrastruktur. Auf diese Weise entsteht kommunale Stärke für eine moderne und lebenswerte Stadt im Jahr 2030 – im Einklang mit der Vision der Jerusalem Foundation für das nächste Jahrzehnt.

 

 

Das Sprungbrett-Programm wird seit fünf Jahren sehr erfolgreich in Kiryat Menachem und seit drei Jahren im muslimischen Viertel der Altstadt umgesetzt. Derzeit erfolgt eine vergleichbare Implementierung im sozial schwachen Stadtviertel Gilo. Die Kombination aus Unterstützung der Familien bei der Haushaltsführung zur Vermeidung von Armut einerseits und verbesserten Bildungs- und Bereicherungsaktivitäten für Kinder andererseits verändert die Atmosphäre in der Nachbarschaft. Ein weiterer Pluspunkt: Mit Sprungbrett werden SchülerInnen mit außergewöhnlichen Begabungen in Musik, Sport und Wissenschaft entdeckt.

 

Sie erhalten entsprechende Hochbegabten-Förderprogramme, mit denen ihr Talent weiter ausgebaut werden kann. Unterstützung wird auch besonders vernachlässigten und in finanzielle Schieflage geratenen Grundschulen angeboten. Angestrebt wird durch Verbesserung der jeweiligen situativen Bedingungen, dass diese Bildungsinstitutionen wieder an Attraktivität für die örtliche Nachbarschaft gewinnen und zu einem Ankerpunkt für die dort lebende Gemeinschaft werden.

 

Auswirkung: Mit seinen Aktivitäten belebt das Sprungbrett-Projekt nach und nach ganze Stadtviertel. Nicht nur die jeweiligen Bewohner profitieren davon. Auch die Stadt als Ganzes gewinnt an Modernität, wird sichtbar integrativer und insgesamt lebenswerter.

 

Partner: Jerusalemer Bildungsbehörde, Bildungsministerium, lokale Gemeinderäte